Ein Ratgeber zur Findung des richtigen Druckluft Kompressors für Ihre Anwendung (zB. Werkstatt/Industrie)

Wozu benötigt man einen Kompressor?

Druckluft-Kompressoren werden für sehr viele unterschiedliche Anwendungen eingesetzt und sind sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich nutzbar. In einer Werkstatt, in der mit Druckluftwerkzeugen gearbeitet wird, ist ein Kompressor unverzichtbar, aber auch im privaten Bereich leistet beispielsweise ein Kompressor für Autoreifen gute Dienste. Da Druckluft für viele verschiedene Gelegenheiten genutzt werden kann und viele Arbeiten erleichtert, lässt sich ein guter Kompressor sehr vielseitig einsetzen. Unter anderem können Sie ihn für die folgenden Arbeiten nutzen:

Für das  Arbeiten mit Druckluftgeräten benötigen Sie eine konstante und ausreichende Versorgung mit Pressluft. Dazu benötigt man einen möglichst leistungsfähigen Kompressor, der als Antriebsaggregat für sämtliche Werkzeuge herhalten muss, eine Anschlussgarnitur und die jeweiligen Druckluftwerkzeuge. Da der Druckluftbedarf bei verschiedenen Werk­zeugen-Einsätzen recht unterschiedlich ist, sollte man schon vor dem Kompressorkauf genau wissen, welche Arten von Werkzeuge verwendet werden.

Kompressoren-Test im Internet

Rechtsanwalt Solmecke informiert über das Thema FAKE Test Seiten im Internet

Ein Beitrag von IT-Rechtsanwalt Solmecke über das Thema FAKE Test Seiten im Internet. Quelle: www.wbs-law.de

Auf diverse Kompressoren-Test-Seiten im Internet sollte man sich bei der Suche nicht verlassen. Meistens entpuppen sich solche Seiten als reine FAKE-TESTS- oder FAKE-VERGLEICHS-SEITEN und man erkennt spätestens bei der Inbetriebnahme des Gerätes sehr schnell, dass es sich meistens um ein überbewertetes, billiges CHINA-Import-Produkt handelt welches angeblich als „bester Kompressor“ getestet oder bewertet wurde. Die einzigen Gewinner sind meistens diejenigen, die von Ihrem Einkauf partizipieren und für jeden Kauf eine Provision erhalten. Daher platzieren sich meistens nur die Produkte unter den ersten Plätzen, die vom Anbieter am meisten verprovisioniert werden.
Webseitenbetreiber die irreführende Angaben  machen, verstoßen zudem gegen das Wettbewerbsrecht. Das gilt für erfundene Tests oder Produktvergleiche genauso wie für Bewertungskriterien mit Testsiegern, sofern diese irreführende oder unwahre Angaben enthalten.

Wer universell mit Druckluft arbeiten möchte, dem ist daher mit billigen Schnäppchen, in Supermärkten oder in Auktionshäuser und diversen Online-Shops angeboten werden, nicht gedient. Solche Geräte sind eher für gelegentliche Verwendungen gedacht und werden leider viel zu oft von den Anbietern als professionelle Kompressoren für kleines Geld angeboten. Mit solchen Kompressoren, großteils „MADE IN CHINA“, kann man beispielsweise komfortabel Reifen aufpumpen, allerlei Reinigungsarbeiten erledigen oder, wem das relativ laute Geräusch nicht stört, mal einen Luftpinsel betreiben.

Mehr Informationen über das Thema TEST-FAKE-Seiten und deren Nischenseitenbetreiber  … Beitrag lesen


Bevor Sie sich mit dem Kauf eines Kompressors beschäftigen, sollten Sie folgende Punkte im Vorfeld klären:

  • Was soll mit der Druckluft betrieben werden ?
  • Welche Luftfördermenge benötigen Sie ?
  • In welcher Zeit wird diese Luftmenge abgefordert (Dauerbetrieb oder nur in Intervallen)?
  • Welchen Mindestdruck in BAR benötigen Sie?
  • Benötigen Sie trockene Luft (Trocknereinheit) ?
  • In wie weit ist die Lautstärke des Kompressors wichtig?
  • Ist ein Starkstromanschluss, falls nötig, vorhanden?

Welcher Kompressor für welche Arbeit?

Beim Einsatz von richtigen Lackspritzpistolen kann es schnell Probleme wegen zu geringem Arbeitsdruck geben. Auf die Dauer halten nur geprüfte Qualitätskompressoren den Erwartungen stand. Im Übrigen wird der Preisunterschied zwischen einem Qualitätsgerät und einem Billigprodukt durch die im Vergleich zu Elektrowerkzeugen häufig günstigeren Werkzeugeinsätze wieder wettgemacht. Im Zweifelsfall lohnt die Entscheidung für ein aufwändigeres und teureres Produkt durch erhöhte Leistungsfähigkeit und längere Lebensdauer. Führen Sie, bevor Sie ein Druckluftsystem erstehen, zunächst ein ausführliches Informationsgespäch mit einem geschulten Kundenberater. Er empfiehlt Ihnen Geräte, die speziell für Ihren Bedarf geeignet sind. Da die Leistungen der Kompressoren und der Luftbedarf der einzelnen Gerätevorsätze sehr unterschiedlich sind, legen Sie sich durch die Wahl eines bestimmten Modells langfristig fest.

Welche Luftmenge benötige ich?

Die Luftmenge ist eines der wichtigen Parameter für die Wahl des richtigen Kompressors.

Ohne genügende Druckluft läuft kein Druckluftbetriebenes Werkzeug, Gerät oder Maschine,  kein Zahnarztstuhl würde sich nur einen Millimeter bewegen geschweige der Zahnbohrer würde seine notwendige Drehgeschwindigkeit erreichen.
Ohne Luft läuft nichts.
Daher ist es sehr wichtig den nötigen Luftbedarf vor dem Kauf eines Kompressors zu berechnen. Meistens geben die Hersteller der Werkzeuge, Geräte oder Maschinen die notwendige Menge in Liter/min an, so dass Sie diesen Wert bei der Wahl des Kompressors einkalkulieren können.
Berücksichtigen Sie, dass die angegebene Luftmenge des Kompressors meistens bei 5 BAR Arbeitsdruck berechnet wurde. Benötigen Sie einen höheren Arbeitsdruck, so müssen Sie die Anforderung der Liefermenge erhöhen. Sollte Ihr benötigter Arbeitsdruck niedriger als 5 BAR sein, dann erhöht sich selbstverständlich die Luftmenge/min nach oben.

Richtwerte für den Luftverbrauch verschiedener Druckluftwerkzeuge:

WerkzeugartLuftverbrauch in l/min
Ausblasen/Reinigenab 100
Sandstrahlpistoleab 300
Farbspritzpistole100 – 400
Bohrhammer400 – 3000
Meißelhammer200 – 700
Hefter/Tackerab 80
Naglerab 80
Schrauber180 – 1000
Bohrmaschine200 – 1500
Stichsäge300
Geradschleifer300 – 3000
Vertikalschleifer250 – 700
Winkelschleifer300 – 700
Blechschereab 400

Kompressoren Übersicht

Worauf sollten Sie achten beim Kompressor-Kauf?

Achten Sie auf die Bauweise und Ausstattung des Kompressors! Zur Komplettausstattung zählen Sicherheitsmerkmale wie thermischer Motorüberlastschutz, Druckluftbehälter mit Sicherheitsventil sowie Manometer und Kondensatablassventil. Darüber hinaus machen Druckschalter und Entlastungsventil einen vollautomatischen Betrieb möglich. Auch die Ersatzteilversorgung ist ein wichtiges Argument. Manche Hersteller geben darauf eine Garantie von 15 Jahren. Unerheblich für Qualität und Einsatzmöglichkeiten sind die Angaben über den maximal erreichbaren Druck, der ohnehin bei allen modernen Geräten ausreicht, oder die so genannte Ansaugleistung, die bei unbelasteter Maschine ermittelt wird. Entscheidend ist vielmehr die Angabe der, also jener Luftmenge, die ein Kompressor pro Minute tatsächlich an das jeweilige Werkzeug abgeben kann. Dieser Wert muss mit der benötigten Luftmenge (siehe Tabelle) des jeweiligen Werkzeugs übereinstimmen, sonst werden Sie bei der Arbeit keine Freude haben.

Prüfen Sie auch Druckluftbehälter, Druckschalter, Manometer, Sicherheitsventil etc.
Überzeugen diese Teile nicht, lieber ein anderes Produkt wählen. Details wie Schnellverschlusskupplungen für den Druckschlauchanschluss und ein festes Gestell mit ordentlichen Luftreifen erhöhen den Komfort und erleichtern die Handhabung.Vorsicht: Steckkupplungen gestatten das Lösen der Verbindung auch unter Druck, weshalb von ihnen ein erhebliches Risiko ausgehen kann.

Bei Kompressoren dient das Öl nicht nur, wie man vermuten könnte, als Schmiermittel, sondern auch als Kühlmedium, das direkt und gezielt in den Kompressionsraum eingespritzt wird. So können etwa 80 Prozent der Verdichtungswärme auf relativ niedrigem Temperaturniveau aus dem Kompressionsraum entfernt werden. Bereits eine Temperatursteigerung um 10° bewirkt eine Verschlechterung der Kompressorleistung von ein bis zwei Prozent. Deshalb ist es wichtig, die Verdichtungsendtemperatur so niedrig wie möglich zu halten. Entscheidend beim Vergleich von ölfrei verdichtenden und ölgekühlten Kompressorsysteme ist die Verdichtungsendtemperatur. Je wärmer nämlich die Druckluft während der Verdichtung wird, desto höher ist der Energieaufwand. Im Gegensatz dazu sollte die jeweilige Systemart auf die Qualität der Arbeitsluft keinen Einfluss haben, immer vorausgesetzt, dass ausreichende Maßnahmen zur Filterung getroffen wurden. Der Filter (in Form einer Filterbatterie) soll neben Öl auch andere Rückstände wie beispielsweise Rost und Kondensat (Wasser) zurückhalten.

Sollte dieses Eigenöl nicht ausreichen, benötigt man eine Öldosiereinrichtung (Öler), die der Druckluft eine genau bemessene Ölmenge beigibt,  um den Druckluftmotor des Druckluftwerkzeugs zu schmieren.

Jedoch nicht alle Anwendungen kommen mit ölhaltiger Druckluft zurecht. Kompressoren für z.B. die Lebensmittelindustrie oder die Medizintechnik sind daher grundsätzlich ölfrei und in bestimmten Situationen in Reinheitsklassen klassifiziert.

Weitere Informationen folgen demnächst.